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josfritz Buchhandlung Freiburg
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Klaus Bittermann

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Edition , kartoniert , 240 Seiten

 18.- €

 978-3-89320-211-9

Sid Schlebrowskis kurzer Sommer der Anarchie und seine Suche nach dem Glück

Ein Ausreißerroman

Wo warst du, als John Lennon starb? Das ist die Frage, die wohl die meisten meiner Generation beantworten können. Auch Sid und Nancy, die beiden Hauptpersonen dieser wunderbaren Liebesgeschichte, die noch so viel mehr ist. Für dieses junge Paar endete nämlich an jenem Dezembertag des Jahres 1980 ein wilder Trip durch Italien wegen einer blöden Polizeikontrolle. Ausgerechnet in Sterzing, diesem Kaff in Südtirol! Wo sie doch monatelang an viel bedeutenderen Orten viel mehr ausgefressen hatten, als nur eine rote Ampel zu überfahren. Sich in teure Hotels mit viel Pomp rein- und nach dem Beklauen reicher Gäste klammheimlich wieder rausgeschlichen, sich die unglaublichsten Klamotten in den teuersten Läden zwischen Mailand und Venedig abgegriffen und in der Zeit viele schräge Vögel und ganz liebenswerte Menschen kennengelernt hatten.
Michael „Sid“ Schlebrowski, siebzehnjähriger Provinzpunk auf der Flucht vor seinem prügelnden Alten, und die ihn beim Trampen aufgabelnde, ein Jahr jüngere Nancy von Westphalen, Tochter aus sogenanntem guten Hause auf der Flucht vor ihrem ihr nicht jeden Wunsch erfüllenden Herrn Vater, nehmen uns mit auf ihre dreivierteljährige Reise, und da werden beim Lesen viele Erinnerungen wach: an die noch vorhandene Aufbruchstimmung der Vor-Kohl-Ära, an die Hausbesetzerzeiten, als wir im gleichen Alter wie die beiden am Wochenende aus dem verschlafenen Schwarzwald in die Weltmetropole Freiburg trampten, Punk hörten, auf Demos gingen und dabei angeblich immer bei dem großen Bruder vom besten Kumpel übernachteten...
Die Geschichte von Sid und Nancy geht auf einen Zeitungsartikel zurück, den der linke Verleger, kultige Autor und begnadete Fußballkolumnist Klaus Bittermann vor über dreißig Jahren ausgeschnitten und seither aufbewahrt hatte. Dieses kleine Fundstück verwandelte er nun in einen wunderbaren Roman. Der ist durchdrungen von unkonventioneller Poesie und dazu passenden politischen Tönen, erinnert an alte Bekannte wie Sid Vicious, Warren Zevon oder Paul Simonon und – so viel sei verraten – er lässt die Liebe nicht an einer roten Ampel enden. Schon gar nicht an dem Tag, als John Lennon starb. 

Georg Giesebrecht,

Klaus Bittermann liest am 11. August in der Reihe „Unter Sternen“.