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josfritz Buchhandlung Freiburg
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Ariel Levy

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Aus dem amerikanischen Englisch von Maria Hochsieder-Belschner
Knaur Verlag , gebunden , 240 Seiten

 19.99 €

 978-3-426-21430-5

Gegen alle Regeln

Ein Memoir über Liebe und Verlust

Inmitten einer sich rasch ausdehnenden Blutlache auf dem Hotelboden, irgendwo im Herzen der Steppen Zentralasiens, mit ihrem zu früh geborenen, seidig schimmernden, sterbenden Sohn vor sich: Hier endet die sorglose Erfolgsgeschichte der Star-Reporterin vom New Yorker, Ariel Levy, der bis dahin wirklich alles zuzufallen schien: Leichtherzige Liebesabenteuer mit Männern wie Frauen und die vollends erfüllte Ehe mit der perfekten Partnerin, eine spektakuläre Karriere bei den angesagten Magazinen Manhattans, glamouröse Reisen für ihre gefeierten Reportagen und ihre Porträts der spannendsten Persönlichkeiten. Aus einer leibhaftigen Höllenfahrt, aus einem entsetzlichen Feuersturm von Emotionen und Hormonen, Tränen und Muttermilch machte Levy bahnbrechende, brutale Literatur: „Thanksgiving in Mongolia“, ihr persönliches Essay über die harschen Grenzen des Gedankens, dass wir im Leben alles haben können, ließ Amerika 2013 heftig diskutieren, beeindruckte Millionen Leser tief und trug der von Trauer und der „schwarzen Magie“ ihrer verlorenen Mutterschaft gepeinigten Autorin den National Magazine Award ein. Jetzt bilden die unvergesslichen, unbarmherzigen Szenen im nomadischen Reich der Ziegen und Zelte den Glutkern von Levys Memoiren, die Leser am Genick packen und nicht mehr freilassen: „The Rules Do Not Apply“, das unter dem Titel „Gegen alle Regeln“ im August auf Deutsch erscheint, erzählt in schnörkellos schickem, äußerst gegenwärtigem Stil ohne jedes Selbstmitleid von einem schillernden Dasein, das spektakulär aus seiner Bahn schleudert. Ariel Levy verliert zwar beinahe alles, ihr Kind, Haus und Heimat, ihre Ehe an den Alkohol, zuletzt fast ihren Verstand: Aber ihre Erinnerungen sind trotzdem alles andere als ein Elendsbuch. Schmissig und schnell, ganz durchdrungen vom stechend klaren Blick der geschulten Porträtistin, voll rauflustigem Witz und mit enormer Empathie entkernt Levy unsere moderne Vorstellung von uns und den Lebensverläufen, von denen wir finden, dass wir sie schlicht verdienen: Bis der Tag kommt, an dem unser säuberlich kuratiertes Selbst anfängt, sich katastrophisch zu entblättern. 

René Freudenthal, 31 Jahre,

Erscheint am 21. August