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josfritz Buchhandlung Freiburg
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Annette Pehnt

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Piper Verlag , gebunden , 192 Seiten

 20.- €

 978-3-492-05720-2

Lexikon der Liebe

Wir gratulieren Annette Pehnt ganz herzlich zum Kulturpreis Baden-Württemberg. »Mit Annette Pehnt zeichnen wir eine Künstler­persönlichkeit aus, die in der deutschsprachigen Literatur einen ganz eigenen Ton entwickelt hat. Annette Pehnt greift, zeitgemäß und eindringlich, aktuelle gesellschaftliche Themen wie Mobbing auf und setzt sich auch mit dem Literatur- und Bildungs­betrieb insgesamt auseinander«, begründet Staatssekre­tärin Petra Olschowski die Wahl.

Der Preis kam genau zum richtigen Zeit­punkt: Die Anerkennung in einer Schreibphase, in der sie neue literarische Formen ausprobiert, ist sehr wichtig, sagt Annette Pehnt im Interview mit dem SWR.

In ihren vorangegangenen Büchern hat sich die Autorin vom konventionell erzählten Roman verabschiedet und mit der kurzen Form experimentiert: Entstanden sind dichte, fast lakonische Texte ohne jeglichen Ballast. Virtuos gelingt es ihr auf wenigen Seiten eine Geschichte zu erzählen, die die LeserIn in ihren Bann zieht und deren Atmosphäre spürbar wird.

Annette Pehnts Lexikon der Angst ist vor vier Jahren erschienen, in diesem Herbst ist das Lexikon der Liebe herausgekommen. „Lexikon“, das weckt Erwartungen nach eindeutiger Klärung, doch stattdessen eröffnet die Autorin einen weiten Raum, in dem sehr unterschiedliche Facetten der Liebe ihren Platz haben: die Liebe zwischen Männern und Frauen, zwischen zwei Frauen, zwischen Eltern und ihren Kindern, zwischen Geschwistern und FreundIn­nen und die Liebe zu Tieren und Dingen. Es sind keine romantischen Geschichten von dauerhafter Erfüllung, nein, es geht um Krisen und Zweifel, Trennungen und schmerzhafte Verän­de­rungen, aber auch um kurze Momente des Glücks und der Lust.

Sie interessiert sich ganz besonders für den Moment, in dem eine selbstverständliche Liebe eine Gefährdung erfährt, berichtet Annette Pehnt im Gespräch im SWR. Kann die Liebe eine neue Form finden, wenn zum Beispiel der Partner oder die Partnerin dement wird?

Die einzelnen Geschichten zusammen sind eine gelungene Komposition und ergeben ein vielfältiges, aufwühlendes und nachdenkliches Bild der Liebe. Hoffentlich setzt Annette Pehnt ihr Projekt der Lexika fort und schreibt weiter über all das, was uns in der Gegenwart beschäftigt.

Heidemarie Schlenk,