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josfritz Buchhandlung Freiburg
josfritz Buchhandlung Freiburg

Quentin Meillassoux

cover

Aus dem Französischen von Roland Frommel
Diaphanes Verlag , kartoniert , 176 Seiten

 24.95 €

 978-3-03734-847-5

Nach der Endlichkeit

Versuch über die Notwendigkeit der Kontingenz

„Fakten-Check“, „Lügenpresse“? Welches Argument habe ich und welchen Sachverhalt kann ich stark machen, wenn alles, was über etwas gesagt wird, von dem durchtränkt ist, der es sagt – sei es vom Klassenstandpunkt oder der Subjektivität überhaupt? Seit langem gewöhnt daran, dass alles von Beobachterperspektiven und von der Korrelation von Subjekt und Objekt abhängt, provoziert das Buch von Quentin Meillassoux eine beachtliche Beunruhigung.

Die starke politische These ist: Nachdem wir den Dogmatismus erfolgreich bekämpft haben, haben wir kaum noch etwas in der Hand, um dem Fanatismus entgegenzutreten. Wir haben die absoluten Wahrheiten untergraben und können auf ein fanatisches, insistierendes „Ich sehe das so“ nicht mehr mit einem „So ist es“, sondern höchstens mit einem „Ich sehe es anders“ antworten. Nach der Endlichkeit fällt nicht gerade unter leichte Kost, aber Meillassoux ist doch so freundlich zur Leserin und zum Leser, dass er sie Schritt für Schritt am Gang seiner kritischen Überlegungen teilhaben lässt.

Man kann sich mit guten Gründen dagegen sträuben, „nach der Endlichkeit“ auf eine neue Form des Absoluten zu setzen, um lieber beim vorläufigen Denken zu bleiben und die Dispute zu pflegen. Aber wer sich nicht scheut, sich ein Stück weit über die auch politischen Folgen eines Denkens, wonach eben alles korrelativ, relativ oder auch kulturalistisch ist, aufklären zu lassen, sollte dieses sehr irritierende Buch lesen.

Mit einem Vorwort von Alain Badiou.

Christa Karpenstein-Eßbach,