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josfritz Buchhandlung Freiburg
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Erik Olin Wright

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Aus dem Amerikanischen von Max Henninger.
Suhrkamp Verlag , Taschenbuch , 530 Seiten

 24.- €

 978-3-518-29792-6

 17. Januar 2017

Reale Utopien

Wege aus dem Kapitalismus

Wird angesichts von Trump, Brexit, AfD und Pegida die Verteidigung des bürgerlichen Staates (wahlweise mit Merkel oder Schulz an der Spitze) zur vordringlichen Aufgabe? Oder gibt es da noch anderes, für das sich zu streiten lohnt?

Der US-Soziologe Erik Olin Wright forscht schon lange über radikale Alternativen und Ansatzpunkte für eine gesellschaftliche
Reorganisation von links – für Entwürfe also, die zur Zeit so gar nicht auf der Agenda stehen.
Schon 2010 legte Wright seine bilanzierende Übersicht über solche „realen Utopien“ vor, die nun endlich auch auf deutsch erschienen ist. Darin geht er von den grundsätzlichen Missständen kapitalistischer Verhältnisse aus, die einem radikaldemokratischen Egalitarismus entgegen stehen und gibt einen ideengeschichtlichen Überblick über Entwürfe antikapitalistischer Alternativen. Anschließend beschreibt er im Detail drei theoretisch und historisch abgeleitete Grundrichtungen für emanzipatorischen gesellschaftlichen Wandel: durch plötzlichen Bruch nach erfolgreichem revolutionärem Umsturz, durch symbiotische Transformation innerhalb bestehender Machtverhältnisse und durch den Aufbau gegenhegemonialer Strukturen in Nischen und Randbereichen kapitalistischer Gesellschaften. Damit greift Wright nicht nach einem vermeintlich rettenden Grashalm, sondern schaut sich das weite Feld egalitärer emanzipatorischer Gegenentwürfe von oben an.

Eine erfrischende Perspektive, die Orientierung gibt im Hinblick auf grundlegende strategische  Positionierungen und die nebenbei auch zeigt “dass die Welt längst den Traum von einer Sache besitzt, von dem sie nur das Bewusstsein besitzen muss, um sie wirklich zu besitzen.” (Karl Marx)

Matthias Möller,

Erik Olin Wright ist Professor für Soziologie an der Universität von Wisconsin (USA). Seit 1991 arbeitet er am Projekt Envisioning Real Utopias, von dem bisher sieben Bände erschienen sind.

Mit einem Nachwort von Michael Brie.