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josfritz Buchhandlung Freiburg
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Robert Menasse

cover

Suhrkamp Verlag , gebunden , 459 Seiten

 24.- €

 978-3-518-42758-3

 11.09.2017

Die Haupstadt

Die Sinnkrise der EU und des Europa-Gedankens ist seit Jahren evident. Robert Menasses Roman schaut bösartig und genau hinter die Fassaden des Archipels EU-Kommission und zeigt gnadenlos die Hohlheiten und Neurosen seiner selbstgefälligen Funktionsträger. Aus Anlaß der 50. Wiederkehr des Gründungsdatums soll ein Event produziert werden, um dem angeschlagenen Image der EU-Kommission neuen Glanz zu verleihen.

Während die Brüsseler Medien nach einem Namen für das Schwein suchen, das unkontrolliert durch die Stadt nomadisiert, forschen die Kolleginneen der "Generaldirektion Kultur" nach einem letzten Überlebenden, um das Gründungs-Narrativ "nie wieder Auschwitz" prestigeträchtig zu reaktivieren. Probleme der globalisierten Schweineproduktion führen zu einer Intrige, die das Jubiläums-Projekt schließlich an nationalen Interessen scheitern lässt.

Diesem zentralen Handlungsstrang sind mehrere Subtexte unterlegt, die den Roman zu einer sinnlichen und thematischen Bandbreite verhelfen, die weit über die "Eurosatire" hinausweist. Nicht zuletz geht es schlicht um die Frage, wie Menschen unter den Bedingungen globalisierter Politik "anständig" leben können. Zwei alte Männer konterkarieren eindrucksvoll den Zeitgeist-Mainstream: der Auschwitz-Überlebende David de Vriend und der Wiener VWL-Emeritus Alois Erhard, der in einem furiosen Showdown die Kultur der tautologischen EU-Meetings ad absurdum führt ...

Heinz Auweder,

der in einem furiosen Showdown die Kultur der tautologischen EU-Meetings ad absurdum führt ...