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Buchtipps für LeserInnen 2018
Buchtipps für LeserInnen Winter 2018

Luke Wilkins

Jeff

Lässt man sich auf Luke Wilkins' Debüt-Roman ein, liest ihn langsam und genau, und viele Passagen mehrfach, so hat man am Ende der 200 Seiten nicht nur an einem bemerkenswerten literarischen Vexierspiel ...

Derk Janßen Verlag  |   201 Seiten  |   18.- €

Vivek Shanbhag

Ghachar Ghochar

Dies ist ein schmaler Roman, und er liest sich schnell. Der Autor lässt den Protagonisten, einen namenlosen Mann aus Bangalore, die Geschichte seiner Familie erzählen: Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen kommt ...

Aufbau Verlag  |   152 Seiten  |   18.- €

Drei Bücher über Heimat

„In der Welt etwas, was allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war." Für Ernst Bloch, der diesen Ausdruck prägte, war Heimat Ziel­richtung der Hoffnung, Utopie. Für mich ist Heimat die immer wiederkehrende Hoffnung, zu verstehen, wer ich bin, indem ich begreife, woher ich komme. Dabei helfen mir die Erinnerungen anderer.
Deshalb lese ich so gerne Lebens­erinne­rungen und Fami­lienr­o­mane, gerade zur Weihnachtszeit. In diesem Herbst sind drei solche Heimat- und Herkunftsbücher erschienen, die auf je ganz eigene Weise Erinnerungen an daheim lebendig werden lassen. Ich möchte sie allen als Weihnachtslektüre empfehlen.

Ursula Hellerich, Pathologin und Arbeitszimmermitbewohnerin von Bürohund „Mina", der ruhigsten und verträglichsten Kollegin, die man sich vorstellen kann!

Nora Krug

Heimat

Ein deutsches Familienalbum

Nora Krug, geboren 1977 in Karlsruhe, lebt als Illustratorin in Brooklyn. Sie erinnert sich an eine Begegnung mit einer alten Frau auf einer New Yorker Dachterrasse kurz nach ihrer Ankunft aus Berlin: „ ,Waren Sie ...

Penguin Verlag  |   288 Seiten  |   28.- €

Rainer Moritz

Mein Vater, die Dinge und der Tod

Dinge, die uns umgeben, sind Erinnerungsspeicher nicht nur für Heimwehkranke.Sie erinnern uns auch an Menschen, mit denen wir gelebt haben. Rainer Moritz, geboren 1958 in Heilbronn, Leiter des Literatur­hauses ...

Kein & Aber  |   Verlag Antje Kunstmann  |   200 Seiten  |   20.- €

Dörte Hansen

Mittagsstunde

Zurückkehren in die Heimat, an den Ursprung kann aber auch heißen: Aufwachen aus dem Traum der Erinnerung und sich wiederfinden in einer untergangenen Welt.
Das erlebt Ingwer Feddersen, Protagonist in Dörte ...

Penguin Verlag  |   320 Seiten  |   22.- €

Christien Lavant

Das Kind

Erzählung

Dem Verlag Wallstein ist es zu verdanken, dass die Kärntner Auto­rin Christine Lavant (1915-1973), die mit den wenigen Publi­ka­tionen der letzten Jahrzehnte eher nur sporadisch auf der literarischen Bühne ...

Wallstein Verlag  |   88 Seiten  |   16.90 €

Wolfgang Herrndorf

Stimmen

Texte, die bleiben sollen

Was beim Lesen dieses aus dem (Computer-)
Nachlass entstandenen Buches zuerst auffällt, ist der sehr eigene, komische und sprach­genaue Sound, der auch die anderen Bücher Wolfgang Herrndorfs durchzieht. Die zum ...

Rowohlt  |   192 Seiten  |   18.- €

Ein europäisches Dreieck

Eigentlich wollte ich Patria von Fernando Aramburu besprechen, den großen Familien- und Gesellschaftsroman aus dem Basken­land. Kraftvoll wird da erzählt vom Kampf der ETA, von Miss­trauen, Verbrechen, Freundschaften und Illusionen über das „Richtige" und „Notwendige" in einem kleinen Ort, wo jeder jeden kennt.
Statt mich gleich daran zu machen las ich Nicholas Searle Verrat. Irland, IRA. Ein Thriller aus der Zeit der irischen „troubles". Auch hier geht es um Loyalität, Aktionen und die lauernde Frage „wem kann man trauen?" Was macht die Geschichte mit den Menschen?
Da taucht Lydie Salvayre auf mit ihrem Roman Weine nicht. Nach dem Baskenland und Nordirland jetzt also der kurze Sommer der Anarchie, Beginn des Spanischen Bürgerkriegs, ein Dorf und Barce­lona 1936. Die drei Romane: Ein europäisches Dreieck von Widerstand, Aufruhr, Terror, Liebe, Hoffnung, Zweifel, Verrat, Scheitern, Flucht, Freiheit.

Bille Haag, Schriftstellerin mit Onyx, die sich in der Aliasgestalt einer Leseratte Zugang zum Literaturhaus erarbeitet hat, Lesenden die Beine wärmt und ihren Rücken als Buchstütze leiht.

Lydia Salvayre

Weine nicht

 

Weine nicht ist Montses Schutzformel gegen Selbstmitleid. Jetzt ist sie 90 und dement, aber eine einzige Geschichte ragt aus dem zerlöcherten Ge­dächt­nis wie eine Insel ...

Blessing Verlag  |   256 Seiten  |   19.99 €

Caryl Phillips

A View of the Empire at Sunset

Zuallererst ein Drink. Dieses Bild prägt sich beim Lesen von Jean Rhys' Erzählungen schnell ein. Die 1890 als Gwendolen Williams auf Dominica geborene und 1979 in Exeter gestorbene Autorin zahlreicher ...

Vintage  |   324 Seiten  |   12.50 €

Lucy Fricke

Töchter

Martha und Betty, beste Freundinnen, brettern in einem uralten, klapprigen Golf Richtung Schweiz. Auf der Rückbank: Kurt, Marthas todkranker Vater. Die Fahrt zu den Sterbehilfe-Eidgenos­sen soll für ihn die letzte ...

Rowohlt  |   240 Seiten  |   20.- €

Iwan Turgenjew: Aufzeichnungen eines Jägers

Gustav Flaubert, ein ausgesprochener Bewunderer Iwan Turgen­jews, hebt in seinen Anmerkungen zu dessen Literatur zwei Aspekte hervor, die jedem Leser, jeder Leserin wohl unmittelbar als charakteristisch erscheinen werden. Zum einen spricht er von der großen „Sympathie auch für die geringsten Men­schen" und zum zweiten rühmt er die ungeheuer eindringlichen, poetischen Land­schafts­be­schrei­bungen. Beide Aspekte zeigen den Literaten Iwan Turgenjew (1818-1883), der einem russischen Adelsge­schlecht entstammt, als ungemein offenen und eindringlichen Beobachter. Er erweist sich sowohl als eine Art Ethnograph der sozialen Lage vor allem der Land­bevöl­kerung, wie auch als ein einfühlsamer Natur­betrachter. Dass er die Leibeigenen seines Gutes in die Freiheit entlässt (seine Eltern „besaßen" wohl noch über tausend Leibeigene) charakterisiert den Menschen Turgenjew, der die überwiegende Zeit seines Lebens im europäischen Ausland verbrachte, dabei für sieben Jahre in Baden-Baden lebte.

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Wolf Haas

Junger Mann

Nein, der Brenner hat Urlaub. Oder brütet über einem neuen Fall. Jedenfalls, im neuen Roman vom Haas, da gibt's keinen Mord, keine richtig bösen Buben und nicht einmal ein Internet. Denn diese wunderbare, ganz ...

Hoffman und Campe  |   240 Seiten  |   22.- €

Paul Beatty

Der Verräter

Dickens, ein Vorort von Los Angeles, ist der Schandfleck der amerikanischen Westküste: verarmt, verroht, verloren. Hier zieht der Erzähler friedlich Wassermelonen und Marihuana. Doch als sein bürgerrechtsbewegter ...

Luchterhand Verlag  |   352 Seiten  |   20.- €

Jennifer Clement

Gun Love

Gun Love handelt vom Zauber zwischen Mutter und Tochter inmitten des Irrsinns. In strahlenden Bildern erzählt Jennifer Clement eine Geschichte, in der Liebe und Hass, Fantasie und ...

Suhrkamp Verlag  |   251 Seiten  |   22.- €

Gabriel Tallent

Mein Ein und Alles

Turtle Alveston wächst weltabgeschieden in den nordkalifornischen Wäldern auf, wo sie jede Pflanze und jede Kreatur kennt. Auf tagelangen Streifzügen in der Natur sucht sie Zuflucht vor der besitzergreifenden Liebe ...

Penguin Verlag  |   480 Seiten  |   24.- €