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josfritz Buchhandlung Freiburg
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Vortrag, Lesung & Diskussion:  Tobias Ginsburg -  Die Reise ins Reich - Unter Reichsbürgern

Freiwilliger Unkostenbeitrag 5.-

Die Reichsbürger– das sind verführte Irre und böse Verführer, Sektierer, Rechtsradikale und Hetzer hinter konservativer Fassade. Sie alle glauben an eine Weltverschwörung gegen das deutsche Volk und bekämpfen diesen vermeintlichen Feind. Der jüdische Autor und Regisseur Tobias Ginsburg begab sich für sein Buch undercover unter Reichsbürger. Er besuchte quer durch Deutschland verschiedene Gruppierungen, wurde Untertan eines Königreichs, machte mit bei Plänen zum Sturz der BRD GmbH und für ein germanisches Siedlungsprojekt in Russland. Erlernte gewaltbereite Neonazis und friedensbewegte Esoterikerkennen, aber auch Biedermänner, von denen manche heute für die AfD im Bundestag sitzen.

Die Reise ins Reich ist Reportage, Sachbuch und aberwitzige Abenteuergeschichte zugleich. Sie liefert komische wie bedrückende Auskünfte über eine Bedrohung, die längst die Mitte der Gesellschaft erreicht hat.

Grether-Gelände
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Lesung und Gespräch:  Klaus Theweleit -  Männerphantasien

9.- / 6.-€

Karten kaufen: vorverkauf@josfritz.de oder bei reservix

 

Bettina Schulte

Der Spiegel feierte Männerphantasien 1977 als „die vielleicht aufregendste deutschsprachige Publikation des Jahres". Mehr als 40 Jahre später erscheint im Verlag Matthes & Seitz eine Neuausgabe, mit umfangreichem Nachwort – und sorgt mit beunruhigender Aktualität noch immer für Furore. Auf 1.200 Seiten entlarvt der Kulturhistoriker Klaus Theweleit die gesamte männerrechtlich-patriarchalische Geschichte Europas, die im Nationalsozialismus gipfelt. Rudolph Augstein fasste es so: »Kratz an der Oberfläche des Mannes, und ans Licht kommt der Faschist vom Anfang der Welt.«

Theweleits Gewaltforschung setzt an bei den Körperstrukturen: SS-Mitglieder, IS-Kämpfer oder Attentäter wie Anders Breivik töten nach dem immer gleichen faschistischen Muster alles „Andersartige“ im angeblichen Auftrag einer übergeordneten Macht, um ihre körperliche Kohärenz aufrechtzuerhalten. Faschismus ist für den Reinhold-Schneider-Preisträger der Stadt Freiburg keine Ideologie, sondern „eine zerstörerische Art und Weise, Realität herzustellen“. Das Schlachtfeld ist der Körper.

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Literaturhaus Freiburg
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Lesung mit anschliessender Diskussion:  David Wagner -  Der vergessliche Riese

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Eine Familie erlebt einen Rollentausch: Der Vater, zweifach verwitwet, ist wieder Kind geworden. Er braucht Betreuung und wird sein Haus verlassen müssen, denn er vergisst, was gerade eben noch gewesen ist. Immer wieder erzählt er seine Liebesgeschichten, und manchmal phantasiert er. Nach dem Bestseller Leben, schafft David Wagner etwas, das sehr kostbar ist: Er zeigt einen Menschen, der – obwohl er nur noch in der Gegenwart lebt und allmählich verschwindet – unverwechselbar bleibt mit all seinen liebenswerten Eigenheiten und den Erinnerungen, die er noch hat. Die Zärtlichkeit, die der Erzähler ihm bei seinen Besuchen und auf zahlreichen Autofahrten zu Orten der Vergangenheit entgegenbringt, berührt tief, auch die Geduld, der Humor, das Ausbleiben von Hadern und Wut. Ganz leise, fast unmerklich, schreitet die Demenz voran, doch sie verläuft hier ohne Schrecken.

David Wagner, 1971 geboren, debütierte mit dem Roman Meine nachtblaue Hose. Es folgten der Erzählungsband Was alles fehlt, das Prosabuch Spricht das Kind, die Essaysammlungen Welche Farbe hat Berlin und Mauer Park, die Kindheitserinnerungen Drüben und Drüben (mit Jochen Schmidt), der Roman Vier Äpfel, der auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand, und Ein Zimmer im Hotel. 2013 wurde ihm für sein Buch Leben der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen, 2014 erhielt er den Kranichsteiner Literaturpreis. Er lebt in Berlin.

Rahmenprogramm MEMORY LOSS

Theater Freiburg
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Buchvorstellung:  Andrea Röpke -  Völkische Landnahme - Alte Sippen, junge Siedler, rechte Ökos

frei

Seit Jahren siedeln sich junge Rechtsextreme bewusst in ländlichen Regionen an, um dort generationsübergreifend „nationale Graswurzelarbeit“ zu betreiben. Dieser unauffällige Aktionismus ist gegen die moderne und liberale Gesellschaft der Großstädte gerichtet, es herrschen alte Geschlechterbilder und autoritäre Erziehungsmustervor. Die Aussteiger von rechts betreiben ökologische Landwirtschaft, pflegen altes Handwerk und nationales Brauchtum, organisieren Landkaufgruppen und eigene Wirtschaftsnetzwerke, die bundesweit agieren. Sie bringen sich in örtlichen Vereinen ein und gehen in die lokale Politik, um Umweltschutz mit „Volksschutz“ zu verbinden und eine angebliche „Überfremdung" zu verhindern.

Die beiden ausgewiesenen Rechtsextremismus Experten Andrea Röpke und Andreas Speit verfolgen seit Jahren diese kaum beachtete Entwicklung. Sie zeigen in ihrem Buch die historischen Wurzeln und aktuellen Vernetzungen auf, die bis in die Parlamente reichen.

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Henrich Böll Stiftung Baden-Württemberg e.V.
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In Kooperation mi der GartenCoop und dem Agrikultur e.V.

Incontro in libreria:  4 libri x 4 mesi

frei

Siamo arrivati al nuovo incontro di "4 libri x 4 mesi", appuntamento della libreria jos fritz dedicato ai libri in italiano.

Ilaria Maccagno e Andrea Burzacchini vi invitano ad una serata in compagnia dei loro primi "Lieblingsbücher" del 2020.

La pausa natalizia non è stata sufficiente per decidere quali saranno i libri che andremo a presentare, ma trascorreremo i prossimi giorni a leggere senza sosta.

Vi teniamo aggiornati e vi aspettiamo in libreria. Come sempre in compagnia di un buon bicchiere di vino e tarallucci.

 

 

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Lesung:  Lukas Bärfuss -  Malinois

9.-/ 6.-€

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Jenny Friedrich-Freksa

Lukas Bärfuss ist ungeheuer produktiv – sein Werk fasst über 25 Theaterstücke, drei Romane, zwei Essaybände, Hörspiele, Reden und nun einen Erzählband: Malinois (Wallstein, 2019). Das Schreiben ist für ihn eine Suchbewegung, darauf gerichtet, »die deutlich empfundene Differenz zwischen dem Einzelnen und der Gesellschaft« zu überbrücken, heißt es in der Laudatio zum Georg-Büchner-Preis, den er für seine stilsicheren und variantenreichen Erkundungen menschlicher Existenzen erhält.
Der Dramatiker, der in wenigen Strichen Szenen, Figuren und pointierte Dialoge entwirft, scheint in den Erzählungen ebenso auf wie der reflektierte Essayist. Fluchtpunkte der in Malinois versammelten Texte aus den letzten 20 Jahren sind Liebe und Begehren, Passionen und Obsessionen. Über die mannigfaltigen Spielarten der Liebe, das Geheimnis von Heimsuchung, die Willkür von Erinnern und Vergessen spricht Bärfuss an diesem Abend mit Jenny Friedrich-Freksa, Chefredakteurin der Zeitschrift Kulturaustausch.

Literaturhaus Freiburg
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Buchpremiere:  Annette Pehnt -  Alles was sie sehen ist neu

9.-/ 6.-€

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»Es war Vaters Wunsch, mit mir gemeinsam Kirthan zu besuchen, er an meiner Seite oder ich an seiner, das nehmen wir nicht so genau.« Jetzt sind sie unterwegs, die Tochter und ihr betagter, aber exzellent vorbereiteter Gefährte. Nur einmal im Jahr verlässt er seine Bibliothek: für die gemeinsame Reise. Statt Europa oder Amerika wählt er zum ersten Mal Asien. Für die Erkundung des Unbekannten steht den beiden und ihrer Reisegruppe ein junger Mann namens Nime zur Seite. Bis er – plötzlich – verschwindet und die Erzählung selbst vom Weg abkommt, sich immer weiter verzweigt.

In ihrem Roman Alles was Sie sehen ist neu (Piper, 2020) erzählt die 2017 mit dem Kulturpreis Baden-Württemberg ausgezeichnete Freiburger Autorin virtuos und bildstark von einem Land, das es gar nicht gibt. Von Kaisern und Tempeln, Schattenboxen, Perlenzucht und wasserfesten Drachen. Vom Westen und vom Osten. Und von einer vielstimmigen Spurensuche, auf der Annette Pehnt bei ihrer Buchpremiere von Renate Obermaier und Victor Calero begleitet wird.

Literaturhaus Freiburg
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Zweisprachige Lesung:  Eric Vuillard -  Der Krieg der Armen

9.-/ 6.-€

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Für seine Neuerzählungen großer Momente der Geschichte mit dem Prix Goncourt 2017 ausgezeichnet, legt der französische Schriftsteller Eric Vuillard eine neue Vignette vor: Der Krieg der Armen (Matthes & Seitz, 2020) über den Utopisten und Theologen Thomas Müntzer betreibt Historiografie von hellsichtiger Aktualität.

In den vorreformatorischen Bauernkriegen wütet der verlustreiche Kampf um die Gleichheit aller Menschen. Vuillards rasante Erzählung zeigt die Zerrissenheit des Einzelnen zwischen Frömmigkeit und Fanatismus, Eifer, Ekstase und dem „furchtbaren Hunger" nach einem nur auf sich gestellten Selbstbewusstsein. Vom Sturm der Geschichte emporgehoben, wird Müntzer zur Leitfigur von aufständischen Bauern, Entrechteten, Verlierern der Gesellschaft – und endet auf dem Schafott. »Ich kann es nicht anders machen«, beteuert er. 

Und wir, was können wir anders machen? Darüber diskutiert der Autor mit dem Romanisten und Literaturkritiker Niklas Bender.

Centre Culturel Français Freiburg e. V.
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Literaturhaus Freiburg
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Mitveranstalter: Frankreich-Zentrum der Universität Freiburg

Zweisprachige Lesung:  Rebecca Makkai - 

René Freudenthal

Chicago, 1985: Yale ist ein junger Kunstexperte, der mit Feuereifer nach Werken für seine Galerie sucht – nicht ahnend, dass er einen Freund nach dem anderen an ein Virus verlieren wird, das gerade in Boystown zu wüten beginnt.

Paris, 2015: Fiona spürt ihrer Tochter nach, die offenbar nicht gefunden werden will. Die Suche gerät zu einer Reise in die Vergangenheit, als sie auf alte Freunde aus Chicago trifft, die sie an das Gefühlschaos der erst euphorischen, später abgründigen 1980er-Jahre erinnern.

Rebecca Makkai erzählt in ihrem dritten Roman Die Optimisten (Eisele Verlag, 2020) in wendiger Prosa voll Empathie und mit spukhaft eindringlichen Bildern die Geschichte der Krankheit Aids bis in die Gegenwart. Ein New-York-Times-Bestseller, der auf der Shortlist des Pulitzer Prize und des National Book Award stand, ausgezeichnet mit der Carnegie Medal und dem Los Angeles Times Book Prize for Fiction.

Lesung auf Englisch, ausgewählte Lesestellen auf Deutsch

Carl-Schurz-Haus-Freiburg / DAI e.V.
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Mitveranstalter: Rosa Hilfe Freiburg.