Zweisprachige Lesung - Xavier Le Clerc: Ein Mann ohne Titel

11 | 7 €
Anmeldung: kultur@ccf-fr.de
Auf der Suche nach der Identität des Vaters: nach dem Tod seines Vaters begab sich Xavier Le Clerc auf die Suche nach dessen Geschichte. Weil sein Vater es zeitlebens vermied, von seiner Kindheit und Jugend zu erzählen, rekonstruierte Le Clerc seinen Lebensweg ausgehend von Albert Camus' Reportagen aus dem Jahr 1939. Aufgewachsen unter ärmlichen Bedingungen in der Kabylei, ging Le Clercs Vater in den 1960er-Jahren als Arbeitsmigrant nach Frankreich, wo er fortan als Lohnarbeiter in der Metallindustrie tätig war. Xavier Le Clerc verwebt die Biographie seines Vaters mit der eigenen Geschichte als Einwandererkind in der 2. Generation, das im Alltag mit Rassismus und Homophobie konfrontiert war und dem zugleich ein Bildungsangebot zur Verfügung stand, von dem der Vater als Kind nicht einmal träumen konnte.
Ein Mann ohne Titel zeichnet ein nüchternes Bild von Frankreich im 20. Jahrhundert, das von Kolonialismus, Krieg, Immigration und kulturellen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen geprägt ist. Ein fesselndes und berührendes Zeugnis europäischer Migrations- und Integrationsgeschichte.
Xavier Le Clerc, Jg. 1979, wurde in der Kabylei (Algerien) geboren und wuchs in der Normandie, am Rande von Caen auf. Nach einem Studium der Soziologie und Literaturwissenschaften lebt er heute in Paris, wo er das Schreiben mit seiner Arbeit in der Modebranche verbindet. Unter seinem Geburtsnamen Hamid Aït-Taleb veröffentlichte er bereits mehrere Kurzgeschichten und einen ersten Roman. Seinen zweiten Roman, Cent vingt francs, in dem er an seinen Urgroßvater erinnert, veröffentlichte er bereits unter dem Namen Xavier Le Clerc.

Mitveranstalter: Frankreich-Zentrum der Universität Freiburg
Zweisprachige Lesung und Gespräch: Laura Forti: Mein Vater vielleicht

Eintritt frei
Mein Vater, vielleicht ist eine literarische Auseinandersetzung der Autorin mit ihrer eigenen, konfliktreichen Familiengeschichte, das Porträt einer hinter ihrer scheinbaren Stärke sehr zerbrechlichen Mutter, eine Reflexion über ein Leben zwischen zwei Religionen, der katholischen und der jüdischen, und schließlich ein Roman über eine lange im Verborgenen gepflegte Liebe.
Laura Forti fesselt uns mit der Kraft ihrer Sprache. Chirurgisch präzise Worte, die tief in der Erinnerung graben und sich nicht scheuen, diese neu zu schreiben.


Mitveranstalter: jos fritz Buchhandlung und Kulturaggregat e.V.
Zweisprachige Lesung - Lucie Rico: Die Ballade vom vakuumverpackten Hähnchen

Schon seit ihrer Jugend ist Hannah Vegetarierin. Sie lebt in der Stadt und hat nur noch wenige Verbindungen zum dörflichen Leben ihrer Kindheit. Als jedoch ihre Mutter stirbt, kehrt sie auf deren Hühnerhof zurück – vorübergehend, denkt sie, bis alles geregelt ist. Doch das Landleben in seiner Schönheit und seinem Schrecken nimmt sie in Beschlag, und schon bald entwickelt Hannah ein ganz besonderes Verhältnis zu den Tieren: Sie schlachtet und vakuumiert sie, verabschiedet aber jedes Hähnchen mit einer eigenen Biografie, die der Verpackung beiliegt. Aus dieser Geste der Wertschätzung entsteht ein Marketingprojekt, das irrwitzige Ausmaße annimmt: »Hannahs Hähnchen« werden zum Supermarkthit mit unerwarteten Folgen für Leib und Leben von Mensch und Tier.
Lucie Rico: 1988 in Perpignan geboren, schreibt Filme in Aubervilliers, Bücher in Perpignan und unterrichtet literarisches Schreiben in Clermont-Ferrand.
Die Ballade vom vakuumverpackten Hähnchen gewann 2021 den Prix du roman d'écologie und den Cheval Blanc Literaturpreis.

Mitveranstalter: Frankreich-Zentrum der Universität Freiburg und Literaturhaus Freiburg
Lesung und Gespräch in der Reihe Gegenworte - Laetitia Lenel: Eine liebe Frau

Die Reihe „Gegenworte“ zieht ins neu eröffnete Dokumentationszentrum Nationalsozialismus (DZNS) ein: Laetitia Lenel erzählt in ihrem Debütroman Eine liebe Frau ausgehend von einem einzigen Tag im London des Jahres 1963.
Ein Tag, an dem Marianne auf ihr Leben zurückblickt. Als junge Frau wollte sie Pianistin werden. Gemeinsam mit ihrer Jugendfreundin Lotte hatte sie große Pläne. Doch während Lotte in den 1920er Jahren eine bekannte Malerin wurde, ist für Marianne alles anders gekommen. Marianne, die eigentlich Annemarie hieß, ist die Urgroßmutter der Autorin. Annemaries Schwägerin Bertha, die im Roman als Martha auftaucht, wurde 1940 von Freiburg nach Gurs deportiert: Ihre Geschichte ist Teil der Dauerausstellung des DZNS.
Lenels sprachmächtiger Roman zeigt, was eine Gesellschaft von Frauen erwartet – und was sie sich selbst erlauben. Über späte Selbstermächtigung, Familienrecherchen und die verändernde Kraft der Kunst spricht sie mit Julia Wolrab, die das DZNS leitet.
Veranstaltet von: Literaturhaus Freiburg und Dokumentationszentrum NS.
Lesung und Gespräch - Mirriane Mahn: Issa

11 | 7 € (Studierende und Schüler:innen frei)
Karten-Vorverkauf ab dem 28.4.2025 in der Buchhandlung
Weertje Willms
Eigentlich will Issa diese Reise gar nicht antreten. Schwanger sitzt sie im Flugzeug nach Douala, angetrieben von ihrer Mutter, die bei der bevorstehenden Geburt um das Leben ihrer Tochter fürchtet. In Kamerun, dem Land ihrer Kindheit, soll sie unter den Augen ihrer Omas den heilsamen Weg der Rituale gehen und mit ihren Ahnen in Kontakt treten. Doch so einfach ist das nicht, wenn man in Frankfurt zu Schwarz und in Buea zu deutsch ist. Der Besuch wird für Issa eine Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte und der Gewissheit, dass sowohl Traumata als auch der unbedingte Liebes- und Lebenswille vererbbar sind.
Die in Kamerun geborene Mirrianne Mahn lebt in Frankfurt/Main und engagiert sich als Aktivistin, Theatermacherin, Stadtabgeordnete und Referentin für Diversitätsentwicklung und Antidiskriminierung.
In ihrem Debütroman (Rowohlt, 2024) verwebt sie die Schicksale von Frauen aus fünf Generationen zwischen Kamerun und Deutschland und verhandelt dabei Fragen von Kolonialismus, Postkolonialismus, Rassismus und weiblicher Selbstermächtigung.
Anlässlich des fünfjährigen Jubiläums des Afrika-Zentrums der Universität Freiburg (ACT) kommt Weertje Willms (Deutsches Seminar, Universität Freiburg) zusammen mit Studierenden ins Gespräch mit der Autorin.
Im Anschluss an die Lesung gibt es die Möglichkeit, im Café weiter im Gespräch zu bleiben.
Eine Veranstaltung des Afrika-Zentrums (ACT) und des Deutschen Seminars der Universität Freiburg in Kooperation mit Dr. Richard Tsogang Fossi (Universität Dschang/Kamerun), dem Literaturhaus Freiburg sowie jos fritz buchhandlung und jos fritz Café.
Gefördert von der Stadt Freiburg und der Burckhardt-Stiftung der Universität Freiburg.
Best of Schlamassel - Kirsten Fuchs und Susanne M.Riedel

Kirsten Fuchs betrachtet den Alltag teils durch eine verschmierte rosa Brille. Mit Sprung im Glas. Aber natürlich in 3D. Großes Herz, große Gefühle. Nichts übertrieben, alles wahr. Kalauerverdacht wird bestätigt. Macht aber nichts. Fuchs liefert auf unnachahmliche Art Kirsten-Fuchs-Erkenntnisse.
Susanne M. Riedel macht sich zwischen Klimakrise und Klimakterium, Feminismus und Feenstaub, Party und Packungsbeilage auf die Suche nach den guten Momenten - wenn die große Welt diese nicht hergibt, müssen die kleinen eben reichen. Mit trotzigem Augenzwinkern richtet sie sie sich ein in diesem Neuland, besucht Abiball, Junggesellinnenabschied und Rehaklinik und übt sich alles in allem im heiteren Welken.
Kirsten Fuchs ist preisgekrönte Schriftstellerin (u.a. „Mädchenmeute"), seit über 20 Jahren Berliner Lesebühnenstar und bekannt aus Funk und Fernsehen aus guten Gründen. Ihre aktuelle monatliche Bühne heißt "Fuchs und Söhne".
Susanne M. Riedel ist Mitglied der Berliner Lesebühnen „Der Frühschoppen" und „Reformbühne Heim & Welt". Ihr aktuelles Soloprogramm heißt „Lebensmitte-Allergie".
Beide Autorinnen sind u.a. Mitglieder des Kabarett-Quartetts Textbomben.
Kirsten Fuchs betrachtet den Alltag teils durch eine verschmierte rosa Brille. Mit Sprung im Glas. Aber natürlich in 3D. Großes Herz, große Gefühle. Nichts übertrieben, alles wahr. Kalauerverdacht wird bestätigt. Macht aber nichts. Fuchs liefert auf unnachahmliche Art Kirsten-Fuchs-Erkenntnisse.
Susanne M. Riedel macht sich zwischen Klimakrise und Klimakterium, Feminismus und Feenstaub, Party und Packungsbeilage auf die Suche nach den guten Momenten - wenn die große Welt diese nicht hergibt, müssen die kleinen eben reichen. Mit trotzigem Augenzwinkern richtet sie sie sich ein in diesem Neuland, besucht Abiball, Junggesellinnenabschied und Rehaklinik und übt sich alles in allem im heiteren Welken.
Kirsten Fuchs ist preisgekrönte Schriftstellerin (u.a. „Mädchenmeute"), seit über 20 Jahren Berliner Lesebühnenstar und bekannt aus Funk und Fernsehen aus guten Gründen. Ihre aktuelle monatliche Bühne heißt "Fuchs und Söhne".
Susanne M. Riedel ist Mitglied der Berliner Lesebühnen „Der Frühschoppen" und „Reformbühne Heim & Welt". Ihr aktuelles Soloprogramm heißt „Lebensmitte-Allergie".
Beide Autorinnen sind u.a. Mitglieder des Kabarett-Quartetts Textbomben.
